Wer dauernd lügt, den mag man nicht…

Es sollte wohl ein PR Coup werden. Springers Hetzblatt initiiert eine Hilfsaktion für Flüchtlinge. In der Umweltbranche nennt sich das „Greenwashing“ – ein Unternehmen macht was Gutes und lenkt damit (zumindest ne Weile) von all dem Schlechten ab, was es in der Vergangenheit getan hat und in der Zukunft tun wird.

Gemeinsam mit der Fussball Bundesliga sollte geworben werden – mit Trikot Werbung. Das Motto der Hilfsinitiative „wir helfen“ und dazu noch das Logo vom Hetzblatt. Das hätte klappen können. Die Vereine schien alle mitzumachen – jedenfalls verkündete Springer, alle seien dabei. Nun, es waren fast alle, bis auf einen kleinen, widerspenstigen Club oben im Norden der Republik. Der FC St.Pauli ließ freundlich mitteilen, dass man andere Wege zu gehen gedenke.

Auch das hätte eine Randnotiz beleiben können, wenn Kai Diekmann, über jeden Selbstzweifel erhabener Egomane und Chefredakteur de Hetzblattes nicht das getan hätte, was seine Zeitung am besten kann: Lügen & Hetzen:

Diekmann_vs_StPauli

Wenn sich jedoch ein deutscher Fußball Verein mehr als jeder andere für Flüchtlinge und andere Schwache der Gesellschaft eingesetzt hat, dann ist das der FC St.Pauli. Fans des FC St. Pauli standen schon mit „Refugees welcome“-Aufnähern und -Transparenten im Stadion, als „Bild“ und Bild.de noch gegen Ausländer und Asylbewerber zündelten. Und auch der Verein ist aktiv. Nur zwei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit: Das Freundschaftsspiel vor rund einer Woche gegen den BVB stand unter dem Motto „Refugees welcome“, der Verein lud dazu 1000 Flüchtlinge ins Millerntor ein; und vor der Zweitligapartie am Montag sammelte der Klub Hygieneartikel für Geflüchtete. Über das Engagement hat vor Kurzem erst die „New York Times“ berichtet. Und Springers Hetzblatt hatte – nicht immer wohlwollend – auch schon ab und an darüber berichtet.

Dafür wird St.Pauli auch von Fans vieler, wenn nicht sogar aller anderen Vereine geachtet und nicht selten auch gemocht. Ihn also in Verbindung mit der rechtsradikalen AfD zu bringen – ist nicht nur eine bewusste Lüge, sondern auch eine unverschämte Hetze.

Natürlich tat Diekmann das nicht aus Versehen – sondern bewusst den Entrüstungssturm als weitere Werbung für sein Blatt erwartend. Und natürlich arbeiteten einige ihre Empörung mit sinnlosen Beleidigungen und Attacken gegen die Person Diekmann ab.

Was er jedoch wohl nicht voraus gesehen hat, war, dass sich in der ganzen Bundesrepublik Fußball-Fans an ihre Vereine wandten und sie darum baten, nach dieser Hetzaktion nicht an der sehr zweifelhaft gewordenen „Hilfsaktion“ teilzunehmen. Und: Erfolg hatten!

Wie ein Lauffeuer und ohne wochenlange Diskussionen ging es von Norden nach Süden durch die Republik. Innerhalb von nur 24 Stunden sprangen erst Union Berlin, dann der VfL Bochum, als nächstes der FC Freiburg und schließlich der Nürnberger FC ab.

Anderswo laufen die Diskussionen noch. Aber egal, ob noch weitere folgen oder ob die Zeit bis zu den Spielen am Samstag zu kurz für die Fans weiterer Vereine ist, um diese zu überzeugen: Das gemeinsam Aufbegehren von Fußball-Fans und Vereinsführungen gegen die in der Branche quasi allmächtige Bild ist kein gutes Zeichen für sie.

Und hat seine Gründe. Denn auch in dieser Branche hat sie sich mit ihren rücksichtslosen Methoden und Unwahrheiten Feinde gemacht.

Und auch die Vereine, die jetzt noch bei der Bild-Aktion mitmachen, werden sich das nächstes Mal sicher besser überlegen. Spätestens dann werden auch die ersten Vereine aus der 1. Bundesliga nicht mehr zusagen. Und das ist bedenklich.

Das sich die Bild durch Kritik von Studenten und Intellektuellen nicht beeindrucken lässt, kann nicht  verwundern. Bedient sie doch vor allem die unteren Gesellschaftsschichten mit Emotionen, Vorurteilen und Wahlempfehlungen  und konnte sich dabei der Unterstützung der Großkonzerne durch Werbung sicher sein.

Wenn sie jetzt aber von Seiten der Fußball-Fans unter Druck gerät, dann ist sie dabei, ihren dominanten Einfluss gerade bei jenem Thema zu verlieren, über das sie ihre Zielgruppe noch am effektivsten ansprechen konnte. Nicht umsonst nimmt Fußball im Hetzblatt mehr Raum ein als jedes andere Thema.

Du willst mehr gegen das Hetzblatt tun? Dann mach mit bei unserer Rewe-Werbestop-Aktion.

 

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